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Blogroll
Urlaub Juni 2010
Kaum wartet man über ein Jahr, schon schreib ich mal wieder einen Blog-Eintrag. In den letzten zwölf Monaten ging’s etwas drunter und drüber, außerdem haben sich meine Online-Aktivitäten etwas mehr auf Facebook verlagert. Da man dort aber nur schlecht größere Berichte deponieren kann, melde ich mich doch mal wieder an dieser Stelle zu Wort…
Der Vollständigkeit halber: Letztes Jahr ging’s für mich und meine Kuh zweimal in die Westalpen, einmal davon mit Verlängerung ins Zentralmassiv, in die Pyrenäen und Besuch in Andorra. In einmal drei und einmal zwei Wochen fielen dabei so knapp 10.000 km an, das war’s dann aber auch schon für 2009. Ansonsten bin ich fast gar nicht Mopped gefahren, war aber eh genug.
Den Auftakt in ein bisher sehr regenreiches 2010 machten zwei Wochenendtrips nach Istrien bzw. Krk, bevor Mitte Juni der erste große Urlaub begann - der einzige heuer mit der Kuh. Wetterbedingt hat’s mich mal wieder auf den Balkan verschlagen, wobei mehr die “zweite Reihe”, also abseits der Küstenstraße, Montenegro und ein paar Inseln im Vordergrund standen. Die Küstenstraße kenne ich ja schon aus 2006 und 2007 - wobei sie nach wie vor schön ist.
Die vollständige Foto-Sammlung gibt’s hier, an dieser Stelle habe ich mal die paar Tage in wenigen Worten zusammengefasst und Google Maps Links hinterlegt.
Bitte beachten: Google hat nicht alle Nebenstraßen erfasst, Bosnien und Herzegovina funktionieren gar nicht. Da ist es also nicht ganz korrekt. Eigentlich wollte ich die gefahrene Strecke mit dem iPhone mittracken, die Technik hat mir jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Modus GPS-Tracking saugt ein iPhone mehr Energie, als von außen nachgeführt werden kann - einen ganzen Tag hält es nicht durch
Muss wohl doch mal in einen richtigen GPS-Tracker investieren…
Genug der Rede, hier ist das, was war:
Tag 1
Es begann alles in Graz, der erste Tag ist wie so oft nur dazu da gewesen, Strecke zu machen. Parallel zur Mur, auf Abwegen durch Slowenien, ab der kroatischen Grenze Autobahn Zagreb - Karlovac - Senj und dann mit der Fähre auf die Insel Rab.
Rab ist nett, erweckt aber doch den Anschein von recht “industriellem” Tourismus. An Unterkünften scheitert’s nicht, es wirkt aber etwas lieblos. Die Altstadt von Rab-City ist allerdings sehr schön, wenn auch klein.
Fazit: Kann man anschauen, muss man aber nicht.
Tag 2
Von der Fähre auf die Fähre… Um von Rab wieder runter zu kommen, braucht man ein Schiff, wenn die Kuh nicht schwimmen kann. Ein paar Kilometer weiter ging’s auf die Insel Pag, trockenen Fußes kommt man dann aber doch nach Zadar und kann weiter nach Jezera auf der Insel Murter.
Zadar hat eine wunderschöne Altstadt, in der man schon mal ein, zwei Stunden rumschlendern kann. Jezera ist ein kleiner Ort, der eigentlich nur aus einer Marina besteht. Im Halbkreis darum spielt sich das ganze Leben ab, das insbesondere von Sehen-Und-Gesehen-Werden geprägt ist. Ich mag den Ort, er hat irgendwie etwas Stil, ohne gleich “wichtig” zu wirken. Bin auch schon 2006 und 2007 da gewesen und fahre immer wieder gerne hin.
Tag 3
Über ein paar Nebenstrecken ging’s an Split vorbei. Unser Ziel war Slano, kurz vor Dubrovnik, weil es einen recht guten Ausgangspunkt für Tagestrips bietet. Auch Slano ist bereits bekannt. Ursprünglich ein kleines Fischerdorf in einer ruhigen Bucht, hat sich doch ein bisschen sanfter Tourismus breit gemacht. Inzwischen gibt’s leider auch ein recht wuchtiges 4-Sterne-Hotel an zentraler Stelle, aber wenigstens wurde es keine unansehnliche Bettenburg. Machen kann man in Slano nicht sehr viel, aber - wie gesagt - gut von dort starten und das Hirn ausschalten.
Tag 4
Nix. Fauler Badetag ![]()
Muss auch mal sein.
Tag 5
Mein Verdacht war richtig - Mljet ist die antike Insel Milet, an dessen Küste Odysseus gestrandet ist. Ganz so ging’s bei uns nicht zu, wir haben lediglich mal wieder viel Zeit mit Warten auf die Fähre verbracht. Dadurch, dass die kroatischen Inseln ja nicht sehr groß sind, konnten wir auf Mljet jede einzelne Straße abfahren.
Im Westen befindet sich ein Nationalpark (15 EUR Eintritt) , wo man sich ein bisschen mit dem Boot rumfahren lassen kann, für Wander- und Fahrradtouristen ein echtes Paradies. Entsprechende Infrastruktur (Zimmer, Hotels, Restaurants) sind auch geboten.
Die Mitte und der Osten sind komplett von der Zeit vergessen worden. Wer bei günstigen Preisen und Inselgelassenheit entspannen will und sich mit einfachen Gästezimmern zufrieden gibt, ist hier bestens beraten. Geheimtipp. Noch?
Tag 6
Montenegro ist der jüngste europäische Staat und küstenseitig zwischen Kroatien und Albanien angesiedelt. Wir haben uns mal einen (langen) Tag Zeit genommen, uns das anzuschauen. Praktischerweise ist die offizielle Währung dort der Euro.
Über Dubrovnik ging’s die Küste entlang und um die Bucht von Kotor herum. Buchten bringen es mit sich, dass man ungefähr 40 km fährt und am Schluss gerade mal 2 km weiter ist. Die Bucht ist jedenfalls sehr nett anzusehen, sobald man Herceg Novi mal verlassen hat - das mutet dann doch noch sehr sozialistisch an. Bei Kotor ging’s massiv den Berg hoch, mit den ganzen Wurschtelsträßchen und Serpentinas brauchen die sich nicht vor den Alpen zu verstecken. Oben schaut’s aus wie im Jura, zudem sehr ländlich. Es folgte eine Durststrecke (breite Bundesstraße) über die Hauptstadt Podgorica nach Niksic. Von da aus westlich Richtung Herzegowina. Das Bergland ist überaus empfehlenswert, mir wurde gesagt, dass es “weiter hinten” noch spannender und schöner sein soll. Wikipedia weiß auch, dass dort Europas tiefste Schlucht sein soll. Ich hätte mir gerne mehr davon angeschaut, aber bei 38 Grad hält sich die Lust am Fahren doch sehr in Grenzen. Zurück ging’s über Trebinje in Herzegowina.
Vorsicht, wenn man die Grenze zur Republika Srpska überquert und an diesem Tag Fußball Serbien - Deutschland 1:0 ausgeht. Es interessiert den Grenzer nicht, dass man für Fußball nichts übrig hat, er muss sein Gespräch los werden und breit grinsen.
Tag 7
Faultag am Strand, die Zweite
Wir haben’s aber immerhin noch geschafft, einen Cappucino in Dubrovnik zu trinken. Dubrovnik hat sich in den letzten Jahren meiner Meinung nach eher negativ entwickelt. Eigentlich eine wunderschöne Stadt, erinnert mich die Touristenschwemme und die überzogenen Preise inzwischen doch sehr an Venedig. Wer’s noch nicht gesehen hat, sollte mal hin, aber dann doch wo anders essen und übernachten.
Außerdem haben wir mal überlegt, was wir so die nächsten Tage machen könnten. Über Italien (mit der Fähre von Dubrovnik nach Bari) haben wir ernsthaft nachgedacht, das wäre dann aber in Stress ausgeartet - wir haben diese Überlegung verworfen und uns für Kroatien abseits der Küstenstraße entschieden.
Tag 8
Über Nacht gingen zehn Grad verloren, was aber gar nicht mal so schlecht war. Wir haben einfach mal ein paar Nebenstrecken ausprobiert (stimmt in der Karte nicht ganz), sind auch mal wieder ein Stück zurück gefahren. Man kann’s auch Trödeln nennen, es war aber durchaus nett. Lediglich um Split herum haben wir die Autobahn gewählt.
Seget, kurz nach Trogir wirkt ähnlich wie Rab, wird jedoch nicht von deutschsprachigem, sondern tschechischem Publikum dominiert. Zu sehen und erleben gibt’s nichts, außerdem stelle ich ein Defizit an Restaurants fest. Vermutlich muss man in der Hauptsaison bei den wenigen vorhandenen reservieren.
Tag 9
Es wurde nochmal frischer, beim Frühstück waren’s gerade noch 18 Grad, der Himmel komplett bedeckt, das Wetter stürmisch. Keine guten Voraussetzungen, um viel zu fahren. Von Knin aus wollten wir eigentlich Richtung Westen, da war’s von den Blitzen abgesehen aber sehr dunkel, wir mussten sowieso schon ein paar Regenstopps einlegen. Also wieder runter zur Küste. Dass es wieder Murter / Jezera wurde, war Zufall. Biograd gefiel uns nicht so sehr, da war das das Nächste.
Tag 10
Wenn es bei 15 Grad von früh bis spät regnet, bleibt man am besten im Bett und schaut TV. Insgesamt waren wir gerade mal drei Stunden nicht dort (Frühstück, Nachmittagscappucino, Abendessen). Recht frustrierend.
Tag 11
Wieder mal war es recht frisch, sogar ein Pulli musste dieses Mal angezogen werden. Wir haben das Hinterland Richtung Gospic in Angriff genommen, das zum Fahren zwar recht fad ist, das Bild von Kroatien jedoch vervollständigt: wenig Infrastruktur, kaum Industrie, kein Tourismus, verminte Felder und damit ein Haufen verlassene, zerschossene und verfallene Häuser. Sollte man sich mal anschauen, um auch das andere Kroatien zu sehen. Von den Badeorten an der Küste ist es auch nur eine halbe Stunde weg. (Wen die Historie interessiert: hier kann man das Wichtigste nachlesen.)
Irgendwo hat ein kleines Seitensträßlein Abwechslung versprochen, man sollte zum Nationalpark Nördlicher Velebit kommen. Aus Seitenstraße wurde eine einspurige, aus der einspurigen eine ungeteerte, aus der ungeteerten ein recht ausgewaschener Waldweg mit großen Steinen mitten im Weg. Weil es aber noch früher Nachmittag war, sind wir halt mal weiter und siehe da: irgendwann war da wieder eine Hauptstraße. Eine Recherche auf einer Infotafel hat ergeben: Verfahren haben wir uns nicht, das war die geplante Strecke. Auch wenn wir so zwischendurch unsere Zweifel hatten…
Die letzten 90 Kilometer des Tages ging’s die Küstenstraße rauf und die Insel Krk wieder runter, bis nach Baska. 2007 gab’s dort über die Tourist Agency kurzfristig ein Zimmer, heuer wollten sie uns für eine Nacht nicht haben. Scheinbar ist der Wohlstand dort schon zu groß… Was soll’s, gehen wir halt ins Hotel. Aufwärmen unter der Dusche.
Tag 12
Eigentlich recht unspektakulär geplant. Wir wollten ohne Autobahn nach Graz, da bleibt für Schlenker nicht viel Zeit. Die direkte Linie war aber spannender als erwartet, v.a. in der südlichen Hälfte Sloweniens. Viele kleine Landsträßchen mit guten Kurven und sehr gepflegte Dörfer. Empfehlenswert.
Das war’s dann mal wieder. Die Bilanz: irgendwas knapp unter 3.000 Kilometer in zwölf Tagen, wovon aber nur an neun gefahren wurde. Temperatur zwischen 15 Grad nördlich von Split und 38 in Montenegro. Schäden: so direkt keine, aber die nächsten Tage werde ich mich mal auf Fehlersuche beim ABS machen. Das produziert Fehlalarme, hoffentlich wird’s nicht allzu teuer.
Insgesamt war’s einfach mal wieder ein schöner Moppedurlaub - viel fahren, aber nicht übertreiben
Im Herbst wird dann geflogen, die Kuh kommt bis 2011 wohl zu keinem größeren Einsatz mehr. Mir schwebt für nächstes Jahr dann mal was anderes vor. Hat jemand Lust auf schottische Highlands oder Skandinavien?
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